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Der langsame Tod der TAN-Liste

Sicheres Banking dank TAN-GeneratorSeit dem 1. Januar 2012 stirbt die Transaktionsnummern-Liste, kurz TAN-Liste, einen langsamen Tod. Noch haben nicht alle Banken die gedruckten Listen in den Papierkorb verbannt, doch die Zeit der per Post verschickten Transaktionsnummern neigt sich unerbittlich ihrem Ende zu.

Warum die TAN-Liste gehen muss

Zwar war die Sicherheit der TAN-Liste immer schon umstritten, doch für lange Zeit hielt die Kritik an der Passwortliste für Geldgeschäfte die Banken nicht davon ab, ihre Kunden immer wieder mit frischen Listen von 100 Transaktionsnummern zu versorgen. Und dennoch wird immer wieder die Sicherheit genannt, wenn die Finanzinstitute um Antwort auf die Frage gebeten werden, warum sie die TAN-Listen abschaffen.

Dass auch das liebe Geld eine Rolle spielt, liegt dabei jedoch nahe. Die Kosten für Papier und Druck dürften zwar nur bedingt auf die Gewinne der Banken schlagen, die Versandkosten für die Listen jedoch sind – auf hunderttausende Kunden hochgerechnet – nicht zu unterschätzen. Vom Verwaltungsaufwand ganz zu schweigen.

Die Nachfolger: mTAN und TAN-Generator

Was immer auch der Grund für die Umstellung ist, für den Bankkunden ist auf jeden Fall klar, dass er selbst sich umstellen muss: Statt einem gefalteten Blatt Papier wird in Zukunft handliche Technik dafür sorgen, dass Überweisungen schnell und sicher vom Computer aus erledigt werden können. Dabei bieten die meisten Banken ihren Kunden die Wahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Technologien: Der mTAN und dem TAN-Generator.

Die mTAN, auch als Mobile TAN und sms-TAN bekannt, nutzt die SMS als Übermittler der Transaktionsnummer. Damit der Bankkunde sich eine SMS mit der TAN für seine Überweisung zusenden lassen kann, muss er lediglich sein Mobiltelefon bei der Bank registrieren. Das System ist sehr flexibel, hat man sein Handy doch in der Regel stets bei sich und kann so praktisch von überall aus das Online Banking nutzen. Andererseits ist dies auch eine gewisse Schwachstelle, halten doch fremde Computer manch unbekannte Gefahr versteckt, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, dass man das Handy verliert oder es einem geklaut wird. Darüber hinaus existieren verschiedene Möglichkeiten der Manipulation beziehungsweise des Abfangens der TAN-Daten durch Dritte. Wer sein Online Banking bequem mit dem Smartphone erledigt, sollte zudem ein weiteres Handy für den TAN-Empfang nutzen, da er sonst bei Betrugsversuchen keinen Schadenersatz von seiner Bank erwarten kann. Kurzum: mTAN ist eine bequeme und einfache Art der TAN-Übertragung, ist allerdings nicht ohne Risiko.

Der TAN-Generator wiederum wird sich nur selten in der Jackentasche wiederfinden, so dass er eher für Kunden praktisch ist, die ihr Online Banking von zu Hause aus durchführen wollen. Der TAN-Generator, in seiner äußeren Form den als Werbegeschenken unters Volk geworfenen Minitaschenrechnern nicht unähnlich, gibt die TAN auf einem kleinen Display aus. Die Sicherheit der Transaktion gewährleistet dabei fast immer die ec-Karte beziehungsweise die Kundenkarte der Bank. Darüber hinaus unterscheiden sich die zahlreichen TAN-Generatoren der Banken zum Teil deutlich.

Das wohl zur Zeit interessanteste und sicherste System ist dabei die smart TAN, die unter anderem von Sparkasse und Postbank genutzt wird. Das Verfahren setzt auf optische Sensoren am TAN-Generator, die die Informationen zur Transaktion aus vom Computer-Monitor erzeugten Lichtsignalen zusammensetzt. Die Signale werden dabei im Online Banking individuell für jede Transaktion erzeugt und sorgen für ein hohes Level an Sicherheit. Ältere TAN-Generatoren setzen dagegen oftmals noch auf manuelle Eingabe der Überweisungsdaten und sind dadurch tendenziell umständlicher in der Nutzung.

Oh Qual, die Wahl!

Wer vor der Entscheidung mTAN vs. TAN-Generator steht, muss allerdings häufig nicht nur zwischen zwei ihm bisher unbekannten technischen Systemen unterscheiden, sondern auch zwischen zwei Kostenmodellen. Zwar gibt es einige Banken, die sowohl kostenlose mTAN als auch einen kostenlosen TAN-Generator anbieten, doch oft steht man vor der Wahl, eine einmalige Gebühr für den Generator zu zahlen, oder pro SMS zur Kasse gebeten zu werden.

Die Kostenkalkulation einmal außen vor gelassen, spricht heute fast alles für den TAN-Generator, der aus prinzipiellen Gründen der mobile TAN im Bereich der Sicherheit deutlich überlegen ist, obwohl auch er Platz für den Fehlerteufel lässt – in Form des Bankkunden. Doch nicht nur aufgrund von Sicherheitsüberlegungen wäre es wünschenswert, wenn alle Banken ihren Kunden die TAN-Generatoren kostenlos zur Verfügung stellten. Auch aus Fairness dem Kunden gegenüber wären kostenlose Generatoren wünschenswert, profitieren die Banken doch nicht nur von der verringerten Betrugsgefahr, sondern können auch ihre Kosten für die Bereitstellung der Transaktionsnummern verringern. Ein Vorreiter ist dabei die Postbank, die diesen neuen Service ihren Kunden ganz ohne Gebühr zukommen lässt.

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