Finsider
finsider auf Facebook
Zuletzt kommentiert
  • Finanz- und Versicherungsmakler Ohligschläger in Hamburg: Inzwischen gibt es wieder ein aktuelles Urteil, das die...
  • Thomas: Wer hat nur dieses Design verbrochen? Vorher war die Schrift gut lesbar, die Seite barrierefrei und stufenlos...
  • Kartsen: Schon seit Anfang des Jahres hat die Berliner Sparkasse diese Funktion angekündigt und führt sie zum...
  • GeVestor-Microblog: Es sind nicht nur die Banken, die die sozialen Netzwerke für sich entdecken müssen. Es gibt auch...
  • GeVestor-Microblog: Für die Kunden auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in Richtung eines flüssigeren Geldverkehrs!...

PIN: Geheimzahlen prima selbstgebastelt mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken

Achtung Geheimzahl!

Eine echte Premiere können am 1. Februar die Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken feiern, wenn sie erstmals die Möglichkeit erhalten, die persönliche Geheimzahlen ihrer ec-Karten beziehungsweise girocards selbst auszuwählen.

Dies gilt zuerst einmal aber nur für ec-Karten/girocards mit einer Gültigkeit von mindestens bis 2013, für alle anderen erfolgt die Umstellung dann im Herbst 2012. Die Kreditkarten der Genossenschaftsbanken werden ebenfalls auf das System der individuellen PIN umgestellt, dies erfolgt schrittweise.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Den Schritt zur individuellen PIN verkaufen die Volksbanken und Raiffeisenbanken als einen zusätzlichen Service, der es den Kunden einfacher macht, sich ihre zahlreichen Geheimzahlen fürs Bankgeschäft zu merken. Und vielleicht finden sich tatsächlich einige VR-Bank-Kunden, die in Zukunft dank der selbstgewählten Geheimnummer auf einen Zettel mit der PIN im Geldbeutel verzichten können und dadurch bequemer und gleichzeitig sicherer in Geldgeschäften unterwegs sind.

Andererseits wundert man sich doch, wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken darauf gekommen sind, ihren Kunden die Wahl von Geheimnummern selbst zu überlassen. Dies widerspricht der allgemeinen Linie vieler Banken, ihre Kunden aus Sicherheitsgründen eben gerade nicht selbst über vitale Geheimnummern entscheiden zu lassen. Ob man diese “Fürsorglichkeit” der Banken nun gut oder schlecht findet, bleibt jedermann selbst überlassen, von ungefähr kommt sie jedoch nicht.

Wählen Sie die Null, das bin ich

Im letzten Jahrzehnt gab es kaum eine Studie zum Nutzerverhalten bei der Wahl von Passwörtern, die nicht festgestellt hat, dass ein großer Teil der Menschen eine – freundlich ausgedrückt – sehr geringe Kreativität bei der Wahl ihrer Passwörter an den Tag legt.

Daher fällt es nicht schwer zu vermuten, dass die freie PIN-Wahl häufig zu Zahlenkombinationen wie 1111, 1234 oder 6666 führen wird. Auch die Wahl von Geburtsdaten, Kennzeichen und vielen anderen leicht zu erratenden beziehungsweise einfach zu recherchierenden Geheimnummern wird wahrscheinlich nicht selten vorkommen. Die Sicherheit der PIN wird sich durch den Schritt der Volksbanken und Raiffeisenbanken mit Sicherheit nicht verbessern.

Als wäre das nicht schon genug, bietet die Möglichkeit, die PIN direkt am Geldautomaten zu ändern, ein weiteres Einfallstor für Kriminelle. Kann beim Online Banking eine Änderung noch mit einer TAN-Abfrage gesichert werden (wir wissen allerdings aktuell nicht, ob dies tatsächlich beim Online Banking der VR-Banken der Fall sein wird), fehlt dieses Sicherheitsnetz am Automaten komplett. Ein Zugewinn an Bequemlichkeit kann hier auch kaum angenommen werden.

PIN – Die Problemnummer?

Warum man überhaupt am System der PIN herumdoktort, ist schwer verständlich. Im Wust der Passwörter, Zugangsdaten und Geheimzahlen für das Online Banking ist die PIN noch die Abstand einfachste, verständlichste und am besten zu beherrschende Komponente. Ein viel größeres Problem sind Sicherheitsfragen, die leicht zu überwinden sind (“Wie lautet der Mädchenname Ihrer Mutter?”, “Was war der Beruf Ihres Großvaters?”, etc.) und Passwörter fürs Online Banking, die bei jeder Bank einer anderen Logik folgen (mal mindestens 6 Zeichen, dann höchstens 8 Zeichen, mal mindestens ein Sonderzeichen, dann kein Sonderzeichen). Zugegeben, letzteres Problem können die Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht alleine angehen, doch warum sie ohne Not ein neues Minenfeld anlegen, wissen wahrscheinlich auch nur sie selbst.

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Gehirnjogging für Anfänger Vor 10 Jahren war die Finanzwelt für die meisten Bankkunden...
  2. Zwischenspiel: Die Verbraucherkreditrichtlinie – und warum sie Lücken lässt Seit dem 11. Juni können sich alle Kreditnehmer in spe...
  3. Die Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie – ein Drama in 3 Akten (I) Am 16. Januar 2008 wurde die Verbraucherkreditrichtlinie auf EU-Ebene verabschiedet,...
  4. Der langsame Tod der TAN-Liste Seit dem 1. Januar 2012 stirbt die Transaktionsnummern-Liste, kurz TAN-Liste,...
  5. Trügerische Transparenz: Das Demokratieverständnis der noa Bank „Retten Sie die finanzielle Demokratie! Schaffen wir gemeinsam eine bessere...

1 Kommentar zu „PIN: Geheimzahlen prima selbstgebastelt mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken“