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Archiv für die Kategorie „Der kritische Blick“

Das Sauber-Bank-Image: Vertrauen ist gut…

Was haben eine zweifelhafte Musikdownload-Plattform, ein Inkasso-Unternehmen und eine „Mitmach-Bank“ gemeinsam?

Als noa Bank-Gründer Jociz seinerzeit das Modell der transparenten Bank vorstellte, traf er einen Nerv. Vollkommene Transparenz – sehr gut! Gute Zinsen und ein gutes Gewissen – noch besser! Alle ziehen an einem Strang, die Anleger helfen dem heimischen Mittelstand – so sollte „Bank“ sein, so fühlt sich „social“ an, so ist man nicht Kunde, sondern man ist ein „Wir“.

Doch dann stellte sich heraus, dass die noa Bank keineswegs nur den Mittelstand mit Krediten versorgt, sondern große Summen an noa Factoring gingen – ebenfalls ein Unternehmen von Jociz. Die Vorwürfe, die noa Bank diene nur zur Finanzierung des Factorings, wogen schwer und kratzten erheblich am Sauber-Bank-Image. Der Rest ist Geschichte – ebenso wie die noa Bank selbst.

Dass das Konzept der noa Bank vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, ist dabei eher nebensächlich. Eine Bank lebt vom Vertrauen ihrer Kunden, und wenn ein Finanzdienstleister nicht nur eine hohe Rendite verspricht, sondern sich Fairness, Transparenz und „Social Banking“ auf die Fahnen schreibt, haben die meisten Kunden eine präzise Vorstellung davon, in welchem Geschäftsumfeld sie ihren Finanzdienstleister agieren sehen wollen – und in welchem nicht.

Von Abo-Fallen und Finanz-Communities

Doch zurück zur Ausgangsfrage. Nehmen wir an, Sie stoßen im Internet auf ein Testangebot, lesen das Kleingedruckte nicht gründlich genug und finden einige Wochen später ein Schreiben eines Inkasso-Unternehmens im Briefkasten. „Abo-Falle“ ist das gebräuchliche Wort für derartige Abonnements, die sich mehr oder weniger verschleiert automatisch aus einem kostenlosen Testangebot ergeben. Durch Worte wie „Inkasso-Unternehmen“, „Schufa-Eintrag“ und „rechtliche Schritte“ wird in den Schreiben Druck aufgebaut und der “Kunde” zum Bezahlen genötigt.

Was tun Sie also? Der erste Schritt führt zu Google – ob Sie wirklich in eine „Abo-Falle“ geraten sind, finden Sie so schnell heraus. Tatsächlich deuten die Suchtreffer darauf hin, dass Sie mit Ihrem Ärger nicht allein sind: Ob Leserreaktion bei Abzocknews.de oder Warnungen von der Verbraucherzentrale – der Internet-Anbieter ist kein Unbekannter, genauso wenig wie das Inkasso-Unternehmen, von dem zahlungsunwillige Kunden Post bekommen.

Außerdem können Sie sich an die Finanz-Community Ihres Vertrauens wenden und dort nach Rat, Hilfe, Trost oder Gleichgesinnten suchen. Ein offenes Ohr findet sich dort immer, oft auch echte Hilfe. Statt den erwarteten Gleichgesinnten stoßen Sie hier allerdings nur auf einen kurzen Kommentar, der durchweg positiv von dem Internet-Anbieter berichtet – nun gut, es mag sein, dass es auch zufriedene Kunden gibt.

Eng verbunden: Demekon Entertainment AG, FIDOR AG und UGV-Inkasso GmbH

Doch dann finden Sie zufällig heraus, dass es eine Verbindung zwischen der Finanzcommunity und dem Unternehmen gibt, wegen dem Sie so viel Ärger am Hals haben – und zwar eine geschäftliche: Die Aktiengesellschaft, die hinter der Community steht, besitzt 40 Prozent der Anteile an dem zweifelhaften Unternehmen. Was würden Sie davon halten?

Um es deutlich zu sagen: Rein rechtlich ist nichts dagegen einzuwenden, dass die FIDOR AG 40 Prozent der Anteile an der Demekon Holding GmbH hält, deren Tochterunternehmen die Demekon Entertainment AG ist.

Rein rechtlich ist die DEMEKON Entertainment AG auch darauf bedacht, mit ihrer Musik-Download-Plattform MusicMonster.fm eine reine Weste zu behalten und trotzdem gute Gewinne einzufahren, unter anderem auch in Zusammenarbeit mit der UGV-Inkasso GmbH.

Rein rechtlich ist auch nichts dagegen einzuwenden, dass die anderen 60 Prozent der Blitz-D08-sieben-vier-sieben GmbH gehören, deren Alleingesesellschafter Werner Jentzer auch der Geschäftsführer der UGV-Inkasso GmbH ist.

Rein rechtlich ist nicht einmal etwas dagegen einzuwenden, dass die DEMEKON Entertainment AG vorzugsweise UGV-Inkasso zur Eintreibung der Forderungen beauftragt.

Aber aus der Sicht von jemandem, der sich betrogen fühlt, und vielleicht auch aus der Sicht der anderen Nutzer der Finanzcommunity der FIDOR AG – aus deren Sicht ist diese Geschäftsbeziehung vielleicht nicht unbedingt mit dem gewünschten Image einer Bank zu vereinbaren. Oder?


Quellen und weiterführende Links zum Thema:

Abzocknews.de: Leserreaktion: Das Music Monster ist da – Abzocke?

Pressemitteilung: FIDOR verringert Anteil an DEMEKON

kek-online.de: Beteiligungsverhältnisse bei der DEMEKON Entertainment AG

Verbraucherzentrale Hamburg: UGV Inkasso Mahnungen oft zweifelhaft

Verein Schuldnerhilfe Essen e.V.: Merkblatt zu Forderungen von UGV Inkasso und Rechtsanwälte Wehnert

Vorweihnachtliche „Überraschung“ – Beratungsprotokolle schützen die Banken, nicht die Kunden

Missbraucht und ausgenutzt - das BeratungsprotokollIn einer breit angelegten Studie hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen, zusammen mit seinen auf Länderebene operierenden Mitgliedern, die seit Anfang 2010 vorgeschriebenen Beratungsprotokolle der Banken einem eingehenden Test unterzogen.

Die Protokolle, die der Dokumentation von Beratungsgesprächen zur Geldanlage dienen sollen, haben – um es kurz zu fassen – katastrophal abgeschnitten. In fast allen Testgesprächen wurde weder das genaue Anlageziel des Testanlegers im Protokoll niedergeschrieben, noch wurden seine finanziellen Verhältnisse festgehalten. Auch Risikobereitschaft und finanzielle Verhältnisse fanden kaum Einlass in die Beratungsprotokolle, genausowenig wurden die Provisionen der empfohlenen Produkte klar wiedergegeben.

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Tagesgeld unter Vorbehalt bei der comdirect

Tagesgeld mit 3,5% Zinsen... und SonderbedingungenExakt um 12:00 Uhr startet am 4. November die neue Tagesgeldaktion der comdirect, Direktbankableger der Commerzbank. Nun sind Aktionsangebote beim Tagesgeld alles andere als ungewöhnlich, die comdirect schafft es aber dennoch, die bisherigen Aktionen locker zu toppen.
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Die GE Capital Bank und das Problem mit dem lieben Geld

Zuviel Geld ist nicht immer wünschenswert...Geld kann man ja bekanntermaßen nie genug haben. Das hatte sich auch die GE Capital Bank gedacht und legte im Sommer ein sehr attraktives Tagesgeldkonto auf. 2,25% konnten dann auch viele Neukunden zur GE Capital locken, die vom Ansturm wohl selbst etwas überrascht wurde.

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Eine TAN, sie zu knechten? Sparkasse schafft TAN-Listen ab

Nicht nur Tagesgeld-Hopper und Direktbankkunden wissen die Vorteile des Online Banking zu schätzen – leider hat der technische Fortschritt in diesem Fall auch Gaunern ganz neue Möglichkeiten eröffnet, auf das Ersparte unbedarfter Bankkunden zuzugreifen. Musste man früher „nur“ das Scheckbuch in der Tasche, Kredit- und EC-Karten im Auge und die PIN-Nummern im Kopf behalten, sind heute ein aktueller Browser, die neueste Firewall, Virenschutzprogramme und mehr nötig, um vor Hackern, Trojanern und Co. einigermaßen sicher zu sein.

mTAN, iTAN, chipTAN, TiTAN?

Nicht ohne Grund entwickeln auch einzelne Banken ihre Sicherheitsmechanismen ständig weiter, von HBCI über mobile TAN bishin zu kleinen Computern, die mit Hilfe der EC-Karte und einer temporären Datenverschlüsselung für größtmögliche Sicherheit sorgen sollen. Doch wie alles im Leben hat diese Sicherheit ihren Preis, und im Gegensatz zur guten alten TAN-Liste gehören besagte Mini-Computer in der Regel nicht zur Grundausstattung eines Girokontos, sondern schlagen mit etwa 10 bis über 50 Euro zu Buche.

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2, 5, 10 – Die Arithmetik der Automatengebühren

Geld abhaben am AutomatenUnd ewig lockt der Streit. Noch immer ist keine allgemeine Lösung für das Problem der Automatengebühren gefunden, obwohl sich Privatbanken mittlerweile auf eine Zahl einigen konnten: Knapp 2 Euro (genau: 1,95 Euro) werden die Privatbanken in Zukunft von Fremdkunden für Abhebungen an ihren Automaten verlangen.


Automatenkönig Sparkasse

Ungünstig nur, dass Deutschlands größter Geldautomatenbetreiber, die Sparkasse, nicht mit an Bord ist. Zwar war bereits einmal von einer Selbstverpflichtung auf ein Maximum von 5 Euro Gebühren pro Abhebung die Rede, doch von 5 Euro, geschweige denn von 2 Euro, wollen weder Sparkassen noch Volksbanken etwas hören.

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Nanu, DiBaDu? Neues Logo, neues Design und neue Konditionen bei ING-DiBa

Es ist Mitternacht in Deutschland, Schlag Zwölf, Geisterstunde. Während der größte Teil des Landes im Reich der Träume unterwegs ist, geht es für die größte Direktbank des Landes gerade um ein ganz anderes Reich – den Kundenbe-Reich. Das Projekt “Lalelu – DiBaDu” ist soeben in die finale Phase gestartet, und bisher verläuft alles nach Plan. Doch noch kann niemand mit letzter Sicherheit sagen, ob der Tag mit geklopften Schultern oder rollenden Köpfen enden wird. Und während der größte Teil des Landes an einem ganz normalen Mittwoch-Morgen in den Tag startet, beginnt für die größte Direktbank des Landes die Stunde der Wahrheit…


Eine Befragung unter 2.500 Bankkunden zwischen 16 und 64 Jahren zum Thema “Interessenkonflikt bei Bankberatung” im Auftrag der ING-DiBa zeigte deutlich, was die meisten Kunden an Banken und Sparkassen zu bemängeln haben: Fehlende Beratungskompetenz, vor allem im Anlagebereich, und unnötig verkomplizierte Finanzprodukte, die nur hohe Gebühren verschleiern sollen. Daraus folgern kann man, dass der Kunde eine Vertrauensbasis wünscht, bei der man Kunde sein, dem Berater aber dennoch auf Augenhöhe begegnen kann. Naheliegend, dass der Relaunch der ING-DiBa-Webseite diese Punkte konsequent aufgreift.

Im Vordergrund stehen klare, einfache Produktinformationen und das wiederkehrende Kürzel “DiBaDu”, das sich ausgeschrieben auch im neuen Logo der ING-DiBa wiederfindet. Im Stil der “Liebe ist,…”-Comics werden aus “DiBaDu ist,…” verschiendene Aussagen gebildet, die natürlich auch wieder Vertrauen, Selbstvertrauen, Unterstützung zum Thema haben.

“Du, da, die Diba, die ist jetzt “DiBaDu”, wie “Diba-diba-du”, nur ohne “diba”, und “Die Bank und du”, siehst du? – steht da jetzt auf dem Logo. Was sagst du dazu?”

An einigen Frühstückstischen war der Relaunch sicher heute morgen schon Thema, und von dort verbreitet sich die Nachricht in die Büros, während nach und nach die ersten Medienberichte dazu kommen. Gerade die Nacht-und-Nebel-Aktion macht das Thema “Relaunch der Webseite” spannender, als es gemeinhin ist, und wem dieser Aufhänger nicht zusagt, der besinnt sich eben auf das Grundlegende: Die neuen Konditionen der Finanzprodukte der ING-DiBa.

Bis zum 15. Dezember kann man sich beispielsweise für die Eröffnung eines ING-DiBa Girokontos 75 Euro Neukundenbonus sichern, das Extra-Konto bietet 2,00 Prozent p.a. aufs Tagesgeld, garantiert für 6 Monate, und dazu 25 Euro Bonus, und beim Direkt-Depot erhält man als Neukunde 25 Free-Trades und eine Gutschrift von 25 Euro. Lediglich das Festgeldkonto wird stiefmütterlich behandelt – der Fokus liegt also klar auf flexibler Gedanlage und Girokonto.

Die ING-DiBa hat mit und bei dem Relaunch sehr viel richtig gemacht – wie Bestands- und potentielle Neukunden mit der Überraschung umgehen, bleibt erst einmal noch spannend.

Die Kunden der noa bank – Was jetzt zu tun ist

noa bank - Geld weg?Während sich die Banken beim Thema Geldautomatengebühren eine schier endlose Rangelei liefern, ist ein anderer Kampf sehr viel schneller als erwartet entschieden worden : Die BaFin hat die noa bank gesnchlossen und alle Konten eingefroren, so dass weder von den Kunden, noch von der Bank selbst Geld von den Konten der noa bank bewegt werden kann.

Nicht von ungefähr kommen nun Erinnerungen an den Fall Kaupthing auf, als zehntausende deutsche Anleger monatelang auf ihr bei der isländischen Bank angelegtes Geld warten mussten. Es stellt sich die naheliegende Frage, ob es im Fall der noa bank zu einer Wiederholung der Ereignisse kommt.

Wer sein (Tages-)Geld rechtzeitig abziehen konnte, befindet sich natürlich auf der sicheren Seite, doch im Fall zahlreicher Tagesgeld- und aller Festgeldanleger stellt sich die bange Frage, ob, wie und wann man wieder an seine Einlagen kommt.


Die gute Nachricht: Wer nicht mehr als 50.000 Euro bei der noa bank angelegt hat, ist auf der sicheren Seite.

Denn bis zu einer Höhe von 50.000 Euro greift zu 100% die staatlich garantierte Einlagensicherung, die durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) ausgeübt wird. Sobald die BaFin offiziell den Entschädigungsfall festgestellt hat, wird die EdB alle Gläubiger (also auch die Sparer) der noa bank schriftlich benachrichtigen, so dass sie ihre Entschädigung beantragen können. Die EdB garantiert, dass alle Entschädigungszahlungen innerhalb von 90 Tagen nach Feststellung des Entschädigungsfalls erfolgen.


Nun zur schlechten Nachricht: Wer mehr als 50.000 Euro bei der noa bank angelegt hat, kann sich noch nicht sicher sein, dass er den Betrag oberhalb der 50.000 Euro zeitnah oder überhaupt ausgezahlt bekommt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Banken ist die noa bank nicht Mitglied eines privaten Sicherungsfonds, die Guthaben oberhalb der Grenze der gesetzlichen Sicherung garantieren.


Dass die noa bank selbst genügend Mittel besitzt, um alle ihre Kunden vollständig auszuzahlen, darf  beim aktuellen Kenntnisstand bezweifelt werden. Ob im Zweifelsfall der deutsche Staat einspringt und die noa bank-Kunden entschädigt (Stichwort Merkel-Garantie), ist natürlich reine Spekulation. Daher lässt sich heute nicht realistisch abschätzen, was mit Einlagen über 50.000 Euro passieren wird.


Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden, für die Beteiligten gilt aber leider vorerst: Abwarten!

Jugendliche Sparwut – Die Bundesbank klärt auf

Ein

Die Tücken der Statistik – Teil 2

20,4% – so hoch liegt die Sparquote der Jugendlichen in Deutschland, ganze 9,1 Prozentpunkte über der durchschnittlichen Sparquote aller Haushalte. Mit ihrer neuesten Umfrage fügt die Deutsche Bundesbank dem Bild des Jugendlichen damit eine weitere Facette hinzu: Wenn er nicht gerade in der U-Bahn Rentner verprügelt oder sich ins Koma säuft, spart der Jugendliche also für seine Zukunft.

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Gehirnjogging für Anfänger

Vor 10 Jahren war die Finanzwelt für die meisten Bankkunden noch einfach und überschaubar. Man besaß ein Girokonto, eine Kreditkarte, dazu kamen oftmals Sparbücher, Bausparer und andere langfristige Geldanlagen bei der Bank. Bei einer Bank. Der Hausbank, deren Filiale man aufsuchte, um seine Geldgeschäfte zu erledigen. Merken musste man sich nur die PIN-Nummer der ec-Karte, und die auch nur, wenn man nicht sowieso am Schalter Geld abhob.

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