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Archiv für die Kategorie „Panorama“

Lieber arm dran, als Arm ab…

Trügerische Transparenz: Das Demokratieverständnis der noa Bank

noa bank - ethische Geldanlagen fürs 20. Jahrhundert?„Retten Sie die finanzielle Demokratie! Schaffen wir gemeinsam eine bessere Welt!“ heißt es derzeit im Blog der noa Bank – hehre Ziele für jemanden, der sich im gleichen Atemzug als der Kleinere im Kampf „David gegen Goliath“ sieht. François Jozic, Gründer der noa Bank, sucht auf http://www.anderebank.de 15.000 Unterschriften für die noa Bank-Petition „zur Rettung der finanziellen Demokratie“ – dass der Zählerstand nach 10 Tagen gerade einmal 260 Stimmen aufweist, zeugt nicht gerade von grenzenlosem Vertrauen der noa-Kunden. Vielmehr zeigen die Kommentare, dass viele Bankkunden nicht nur enttäuscht sind, sondern auch eine Ahnung haben, wo Fehler im Konzept der noa Bank liegen könnten. Eine Frage, die sich wahrscheinlich viele stellen, bringt Leser Mike auf den Punkt:

Hinkt Ihre Idee der noa Bank auf beiden Beinen? Ist der “Geburtsfehler” (sofern vorhanden) heilbar?

noa Bank beschönt Grund für Geldannahmestopp

Die neuesten Schlagzeilen dürften derweil auch nicht dafür sorgen, dass sich deutlich mehr Zeichner für die Petition finden. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, war der Grund des Einlagenstopps Ende Juni nur indirekt das „enorme Wachstum“, wie Jozic den Kunden der noa Bank am 24. Juni erklärte. Vielmehr hatte die BaFin am 23. Juni den Riegel vorgeschoben und der noa Bank sowohl die Geldannahme als auch die Kreditvergabe untersagt. Rechtlich ist zwar nicht zu beanstanden, dass die Auskunft an die Kunden die Realität, sagen wir, etwas beschönte – ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch. Und das Gefühl, dass die noa Bank doch nicht so „anders“ ist, wie sie sich gerne hätte, sondern die Transparenz im Zweifel auch hier Grenzen hat.

Versucht Jozic von sich abzulenken, indem er die Schuld auf die BaFin und den Finanzmarkt schiebt? Ist die noa Bank groß genug, um eine potentielle Gefahr darzustellen, die der Rest der Finanzwelt auszulöschen versucht? Was steckt wirklich hinter den Problemen der noa Bank? Ihre Meinung ist gefragt!

UPDATE: Dieser Prozess war kürzer, als erwartet:  Am 18.08.2010 verpasste die BaFin der noa Bank, und indirekt auch noa factoring, den finalen Todesstoß – was aus den eingefrorenen Kundeneinlagen wird, Reaktionen von Betroffenen und weitere Hintergründe natürlich in den kommenden Tagen auf finsider.de!

Die Tücken der Statistik – Teil 1

Heute: Der Bankenverband und das Online Banking

Die Ergebnisse der vor kurzem veröffentlichten Umfrage des Bankenverbands sind in weiten Teilen nicht überraschend und als falsch kann man sie erst recht nicht bezeichnen. Die Umfragewerte bestätigen lediglich das, wovon sowieso ausgegangen wird.


So ist die Nutzung von Online Banking Angeboten unter jungen Erwachsenen besonders weit verbreitet, darüber hinaus nimmt die Häufigkeit der Nutzung parallel mit dem Alter der befragten Personen stetig ab (siehe Grafik). So weit, so gut. Doch eine Zahl in der Statistik des Bankenverband sorgt dann doch für etwas Verwunderung: Kaum jemand, der gerade erst die Volljährigkeit erreicht hat, nutzt Online Banking!



Nun befindet sich zwar (vermutlich) kein Fehler in der Statistik, aber eine Erklärung für die doch etwas überraschenden Werte wird auch nicht geliefert. So kann leicht der Eindruck entstehen, der Anteil der 18-24jährigen, die für ihre Bankgeschäfte das Internet nutzen, sei so hoch beziehungsweise niedrig wie bei den 40-49jährigen.


Dabei dürfte die kuriosen Zahlen anders zu erklären sein: Viele 18-24jährige werden ihre Finanzen nicht aktiv regeln, da entweder kaum eigenes Einkommen vorhanden ist und/oder noch die Eltern bei den Finanzen (mit)entscheiden. Eine jugendliche Vorliebe für die Filiale um die Ecke wird jedoch kaum der Grund für die seltsamen Zahlenwerte sein.


Wie immer gilt bei Statistiken, insbesondere wenn sie auf Umfragen basieren, dass die Ergebnisse genau und vor allem kritisch betrachtet werden müssen.


Statistik des Bankenverbands: Online Banking - Nutzung nach Alter



Ausgezeichnet! Vom liberalen Umgang der Banken mit Testsiegeln

Siegel – Zeichen der Macht. Bereits im Altertum wurde die Macht der Herrscher mit Hilfe versiegelter Anweisungen bis in die entlegensten Regionen ihrer Herrschaftsbereiche gebracht. Und auch heute noch, in einer Zeit, in der Siegelwachs und Siegelring im Angesicht von E-Mails und Instant Messaging zu Anachronismen verkommen sind, üben Siegel noch immer Macht aus.

In fast jeder Form beliebt (Ausnahme: Ralph Siegel), versucht heutzutage jedermann, Testsiegel aller Art zu erringen. Und die Banken machen hier keine Ausnahme. Sie schmücken ihre Produkte gerne mit Auszeichnungen von Zeitungen und Finanzportalen, besonders beliebt ist das Finanztest-Siegel, das die Tochter der Stiftung Warentest bei ihren regelmäßigen Tests vergibt.



Aufgrund ihrer großen Beliebtheit finden sich die Testsiegel dann auch in großer Zahl auf den Websites der Banken und vermitteln gleichermaßen Seriosität und Qualität. Meist auch durchaus zurecht. Doch die weit verbreitete Praxis vieler Finanzinstitute, weiterhin mit alten Auszeichnungen zu werben, sollte als Warnung dienen, Testsiegeln nicht blind zu vertrauen. Denn es ist durchaus ein Unterschied, ob die Auszeichnung im Jahr ´10 oder vor 10 Jahren vergeben wurde.

Es wäre wünschenswert, dass die Banken Testsiegel weniger inflationär verwenden würden – und im besten Fall natürlich nur dann, wenn die Tests zumindest nicht älter als vom Vorjahr sind…

1822direkt Festgeldkonto: 1822direkt-anlagekonto





Haben Sie auch ein Prüfsiegel älteren Datums gefunden, wie diese beiden der Sparkassen-Tochter 1822direkt? Sagen Sie uns, wo oder verlinken Sie die Seite in den Kommentaren – wir sind gespannt!