Die Inflation steigt, der Leitzins bleibt
Zum ersten Mal seit über einem Jahr stieg die Inflationsrate in der Europäischen Union wieder deutlich an. Ganze 2,2% betrug sie im Dezember vergangenen Jahres, die Hauptverantwortlichen für den Sprung sind dabei die Stromkonzerne, die zum Teil mit deutlichen Preisanstiegen für eine böse Weihnachtsüberraschung sorgten.
Trotz dieses deutlichen Anstiegs der Inflationsrate, die nunmehr oberhalb des Zielwerts von 2,0% Prozent liegt, nahm die Europäische Zentralbank am Donnerstag von einer Erhöhung des Leitzinssatzes Abstand. Mit 1,0% soll er auch weiterhin den Banken eine günstige Refinanzierung und der Wirtschaft billige Kredite ermöglichen. Eine Erhöhung sei nicht geplant, die Entwicklung der Inflation werde aber genau verfolgt, so EZB-Chef Trichet.
Für Anleger bedeutet dies, dass der gestiegenen Inflation weiterhin niedrige Anlagezinsen gegenüberstehen, der Realzins also deutlich sinkt und sogar negativ wird. Wer sein Geld heute auf einem Tagesgeldkonto mit 2,0% Zinsen angelegt hat, verdient nicht nur kein Geld, sondern verliert dank Steuer und Inflation letztlich sogar Geld. Keine guten Nachrichten für Anleger, die risikoreiche Anlagen meiden und dem Tages- und Festgeld treu sind.
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