Finsider
finsider auf Facebook
Zuletzt kommentiert
  • Finanz- und Versicherungsmakler Ohligschläger in Hamburg: Inzwischen gibt es wieder ein aktuelles Urteil, das die...
  • Thomas: Wer hat nur dieses Design verbrochen? Vorher war die Schrift gut lesbar, die Seite barrierefrei und stufenlos...
  • Kartsen: Schon seit Anfang des Jahres hat die Berliner Sparkasse diese Funktion angekündigt und führt sie zum...
  • GeVestor-Microblog: Es sind nicht nur die Banken, die die sozialen Netzwerke für sich entdecken müssen. Es gibt auch...
  • GeVestor-Microblog: Für die Kunden auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in Richtung eines flüssigeren Geldverkehrs!...

Artikel-Schlagworte: „Europapolitik“

Zwischenspiel: Die Verbraucherkreditrichtlinie – und warum sie Lücken lässt

EU-Verbraucherkreditrichtlinie

Seit dem 11. Juni können sich alle Kreditnehmer in spe darüber freuen, mehr und aussagekräftigere Informationen zu bekommen als jemals zuvor. Denn mit Einführung der Verbraucherkreditrichtlinie gelten in Deutschland strengere Regeln bezüglich der Werbung für Kredite.

Eine besondere Bedeutung nimmt dabei der sogenannte 2/3-Zins ein, der Zinssatz (oder einen besseren), den mindestens zwei Drittel aller Kreditnehmer einer Bank bekommen. Der 2/3-Zinssatz muss dank Verbraucherkreditrichtlinie ab sofort bereits dann in Form eines repräsentativen Beispielkredits angegeben werden, sobald in der Werbung für den Kredit ein einziger Zinssatz Erwähnung findet.


Im Idealfall bietet der 2/3-Zins dem potentiellen Kreditnehmer ein Beispiel dafür, was für einen Zinssatz er realistischerweise zu erwarten hat. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn das vom Kreditgeber gewählte Beispiel auch beispielhaft in Kredithöhe und -laufzeit ist: Wenn der durchschnittliche Kreditnehmer einen Kredit von 8.000 Euro über eine Laufzeit von 3 Jahren aufnimmt, und das 2/3-Zins-Beispiel auf diesen Zahlen gründet, bringt das einem Kreditnehmer nur wenig, der 40.000 Euro für 6 Jahre aufnimmt.


Wenn ein Kreditgeber es darauf anlegt, kann er die Aussagekraft des via Verbraucherkreditrichtlinie vorgeschriebenen repräsentativen Beispiels also recht einfach untergraben. Optimal ist es natürlich, wenn der Kreditgeber die unterschiedlichen 2/3-Zinsen für alle möglichen Laufzeit-Kreditbetrag-Kombinationen aufführen – und einige Banken tun dies sogar. Genauso gibt es allerdings auch Branchenvertreter, die nur einen einzigen 2/3-Zins für alle Laufzeiten und Kreditbeträge angeben, ein Mittelwert, der bei Beträgen von 1.000 bis 50.000 Euro und Laufzeiten von 12 bis 84 Monaten naturgemäß viele Kreditfälle nur unzureichend repräsentiert. Entsprechend gering dürfte der Nutzen derartiger Pflichtangaben für viele Kreditnehmer sein.


Nachbesserungen dürfte es dennoch kaum geben, dafür sind die Probleme der neuen Verbraucherkreditrichtlinie doch zu gering – und damit auch der Druck auf die politischen Entscheidungsträger, die gerade erst in Kraft getretene Richtlinie zu überarbeiten.

Die Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie – ein Drama in 3 Akten (II)

EU-Richtlinie_LogoAm 16. Januar 2008 wurde die Verbraucherkeditrichtlinie auf EU-Ebene verabschiedet, seit dem 3. August 2009 steht fest, wie diese in Deutschland umgesetzt werden muss. Über 11 Monate Zeit blieb deutschen Kreditinstituten, einen Plan zu entwickeln, der einen reibungslosen Ablauf der Umstellung und rechtzeitige ausführliche Information an Kunden und Vermarkter garantiert hätte. Und dann war er da, der 11. Juni 2010.

Was bisher geschah: Die Rechtsabteilungen der Kreditgeber haben ihr Möglichstes getan, um ohne Nutzung der Mustervorlagen des Gesetzgebers eine für jede Bank individuelle Lösung für die Frage zu finden, welche Angaben zu den Pflichtangaben gehören und in welcher Form diese dargereicht werden müssen.


2. Akt: Wer hat Angst vor Graf Zahl?

Waren im ersten Akt noch die Rechtsabteilungen der einzelnen Kreditgeber gefragt, sind die Hauptakteure des zweiten Akts die Finanzgenies – schließlich gilt es, repräsentative/realistische/realitätsnahe Beispiele (je nach Auslegung) zu finden, bei denen Sollzins, effektiver Zins, Bearbeitungsgebühr und der vielzitierte “2/3-Zins” ihren großen Auftritt haben. Zudem erwartet der Gesetzgeber (und die EU), dass der effektive Zins zukünftig über diese Formel berechnet wird:

Formel effektiver Zins

Eine schwierige Aufgabe für den Otto-Normalverbraucher, aber doch nicht für die hellen Köpfe einer Bank, oder? Was kann da schon schief gehen?

Diesen Beitrag weiterlesen »

Politikermund tut Blödsinn kund – Teil 1

Schiefe Vergleiche. Heute: Die Griechenlandkrise

Von alternativlosen Entscheidungen (seit wann kann man überhaupt in einer Situation, in der keine Alternativen existieren, eine Entscheidung treffen?), bis hin zu Spekulanten, die eigenhändig ganze Nationen ins Unglück stürzen (um eine Wette per Credit Default Swap abzuschließen, braucht es schließlich immer eine zweite Partei, die freiwillig dagegen wettet und – falls die Wette klappt – die Verluste tragen muss), mangelt es in Politik und Medien nicht an schiefen Vergleichen, fragwürdiger Rhetorik und inhaltsleeren Aussagen.

Diesen Beitrag weiterlesen »