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Artikel-Schlagworte: „Kredit“

Über Kredit: Wer heute noch Gebühren zahlt, ist selbst Schuld

Vor einem knappen Jahr entschied der Bundesgerichtshof, dass Bearbeitungsgebühren bei Krediten unzulässig seien. Mit einem einfachen Brief können sich Kreditnehmer seither zuviel gezahlte Gebühren von ihrer Bank zurückholen – auch rückwirkend. Manche Banken fordern jedoch weiterhin Bearbeitungsgebühren. Diesen Beitrag weiterlesen »

Ratenkredit: Bye Bye, Bearbeitungsgebühr?

Bearbeitungsgebühren für Kredite widerrechtlichDavon dürften nicht wenige Kreditnehmer geträumt haben: Nach einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe sind Bearbeitungsgebühren für Kredite widerrechtlich und damit unwirksam. Diesen Beitrag weiterlesen »

Malen nach Zahlen – Wenn sich Banken verrechnen

Als Banker muss man vielleicht kein Mathe-Genie sein, ein gewisses Gefühl für Zahlen ist bei der Ausübung dieses Berufs aber sicher hilfreich, wenn nicht sogar vorauszusetzen – sollte man meinen. Wem sollte man zutrauen, Zinsen richtig zu berechnen, und das Ergebnis dann dem Kunden in einer ansprechenden Form nahezubringen, wenn nicht einer Bank? Eine schlichte Grafik, die den aktuellen Zinssatz mit dem Durchschnittzins am Markt vergleicht, ein hübsches Balkendiagramm vielleicht, und schon sieht der Kunde auf einen Blick: “Aha, der Kredit ist bei dieser Bank ja viel günstiger als bei anderen Banken.”

Zumindest, solange der Kunde nicht genauer hinschaut. Diesen Beitrag weiterlesen »

Zahl der Konsumentenkredite sinkt weiter

Eine gute Nachricht? Vergangene Woche meldete die Schufa ein deutliches Absinken der Konsumentenkredite im vergangenen Jahr – sicherlich eine Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Aus Sicht der kreditvergebenden Banken ist das eine Entwicklung, die nicht zu begrüßen ist. Und auch die Produzenten und Händler von Konsumgütern schätzen den Kauf auf Kredit, steigert er doch ihren Umsatz.

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Quo vadis noa bank?

noa bank - ethische Geldanlagen fürs 20. Jahrhundert?Angetreten mit dem Anspruch, Anlegern eine ethische und zugleich lukrative Geldanlage zu bieten, scheint die noa bank sieben Monate nach ihrem Start im Limbus des Finanzsystems gefangen.

Als der noa-Gründer Francois Jozic Ende 2009 versprach, die Einlagen der zukünftigen Kunden auf ethische Weise zu verwenden (zur Wahl stehen beziehungsweise standen Anlegern die Bereiche Region, Planet, Leben und Kultur), strömten die Kunden zum neugegründeten Kreditinstitut. Sieben Monate später kann die noa bank über 290 Millionen Euro Einlagen, verteilt auf 15.000 Kunden, verfügen.

Ethik vs. Zins – Die Kundenmotivation

Der schnelle Erfolg bei der Kundenakquise kann jedoch eher den guten Konditionen, die viele Tagesgeldinteressenten angelockt haben dürften, als dem Gewissen der Anleger zugerechnet werden. Mit 2,20 Prozent p.a. lag der Zinssatz des Tagesgeldkontos bis vor kurzem gleichauf mit den besten Angeboten auf dem Markt.

Viele Neukunden = erfolgreiche Bank?

Den Ansturm an Neukunden kann die noa bank durchaus als Erfolg werten, die Probleme, vor denen die Bank nun steht, können 15.000 gewonnene Kunden in einem halben Jahr allerdings nicht übertünchen. Mit einer Kreditvergabe von lediglich 60 Millionen Euro (mehr darf die noa bank aktuell mit einem Eigenkapitalstock von 5 Millionen Euro nicht vergeben), können die Einlagen der Tages- und Festgeldkundschaft nicht wieder in den Wirtschaftskreislauf eingebracht werden. Damit steht auch die Frage nach der Refinanzierung der Guthabenzinsen im Raum, da 2,20 beziehungsweise seit neuestem 1,50 Prozent erst einmal verdient werden wollen.

Konto-Stopp ahoi!

Wenig überraschend – aber gleichzeitig wenig Vertrauen erweckend – ist daher der vor kurzem verhängte Neukundenstopp. Weder bei den Girokonten, noch im Bereich der Geldanlagen nimmt die noa bank derzeit noch Neukunden auf. Und auch die Bestandskunden mussten nicht nur die Zinssenkung „ertragen“, auch neues Geld dürfen sie nun nicht mehr bei der noa bank anlegen. Entsprechend reserviert wurden die Schritte der vergangenen Wochen von den Bestandskunden der Bank aufgenommen.

Wohin mit dem ganzen Geld?

Da lediglich 20 Prozent der Einlagen wieder als Kredite vergeben werden konnten, musste sich die noa bank um Alternativen bemühen. Aufgrund ihrer ethischen Grundlagen stellt sich die Suche nach adäquatem Ersatz erwartungsgemäß als schwierig heraus, bietet die Zentralbank doch keinen hohen Zins auf die Einlagen der Banken. Als problematisch muss wiederum die Umschichtung von Einlagen zu noa factoring angesehen werden, der Factoring-Tochter der noa bank. Denn ob Factoring eine ethische Art der Investition darstellt, darf zumindest bezweifelt werden.

Am Wendepunkt

Will die noa bank nicht das Vertrauen der Anleger verlieren, muss der Vorstand möglichst schnell eine Lösung der oben benannten Probleme aus dem Hut zaubern. Seitdem keine Neukunden mehr aufgenommen werden, macht die Bank den Eindruck, als wäre sie wie Dornröschen in einen tiefen Schlaf gefallen. Mag hinter den Kulissen auch eifrig gearbeitet werden, so tut sich im Licht der Öffentlichkeit wenig, vielleicht zu wenig. Die Zeit drängt.


UPDATE: Dieser Prozess war kürzer, als erwartet:  Am 18.08.2010 verpasste die BaFin der noa bank, und indirekt auch noa factoring, den finalen Todesstoß – was aus den eingefrorenen Kundeneinlagen wird, Reaktionen von Betroffenen und weitere Hintergründe natürlich in den kommenden Tagen auf finsider.de!

Zwischenspiel: Die Verbraucherkreditrichtlinie – und warum sie Lücken lässt

EU-Verbraucherkreditrichtlinie

Seit dem 11. Juni können sich alle Kreditnehmer in spe darüber freuen, mehr und aussagekräftigere Informationen zu bekommen als jemals zuvor. Denn mit Einführung der Verbraucherkreditrichtlinie gelten in Deutschland strengere Regeln bezüglich der Werbung für Kredite.

Eine besondere Bedeutung nimmt dabei der sogenannte 2/3-Zins ein, der Zinssatz (oder einen besseren), den mindestens zwei Drittel aller Kreditnehmer einer Bank bekommen. Der 2/3-Zinssatz muss dank Verbraucherkreditrichtlinie ab sofort bereits dann in Form eines repräsentativen Beispielkredits angegeben werden, sobald in der Werbung für den Kredit ein einziger Zinssatz Erwähnung findet.


Im Idealfall bietet der 2/3-Zins dem potentiellen Kreditnehmer ein Beispiel dafür, was für einen Zinssatz er realistischerweise zu erwarten hat. Dies ist allerdings nur der Fall, wenn das vom Kreditgeber gewählte Beispiel auch beispielhaft in Kredithöhe und -laufzeit ist: Wenn der durchschnittliche Kreditnehmer einen Kredit von 8.000 Euro über eine Laufzeit von 3 Jahren aufnimmt, und das 2/3-Zins-Beispiel auf diesen Zahlen gründet, bringt das einem Kreditnehmer nur wenig, der 40.000 Euro für 6 Jahre aufnimmt.


Wenn ein Kreditgeber es darauf anlegt, kann er die Aussagekraft des via Verbraucherkreditrichtlinie vorgeschriebenen repräsentativen Beispiels also recht einfach untergraben. Optimal ist es natürlich, wenn der Kreditgeber die unterschiedlichen 2/3-Zinsen für alle möglichen Laufzeit-Kreditbetrag-Kombinationen aufführen – und einige Banken tun dies sogar. Genauso gibt es allerdings auch Branchenvertreter, die nur einen einzigen 2/3-Zins für alle Laufzeiten und Kreditbeträge angeben, ein Mittelwert, der bei Beträgen von 1.000 bis 50.000 Euro und Laufzeiten von 12 bis 84 Monaten naturgemäß viele Kreditfälle nur unzureichend repräsentiert. Entsprechend gering dürfte der Nutzen derartiger Pflichtangaben für viele Kreditnehmer sein.


Nachbesserungen dürfte es dennoch kaum geben, dafür sind die Probleme der neuen Verbraucherkreditrichtlinie doch zu gering – und damit auch der Druck auf die politischen Entscheidungsträger, die gerade erst in Kraft getretene Richtlinie zu überarbeiten.

Die Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie – ein Drama in 3 Akten (II)

EU-Richtlinie_LogoAm 16. Januar 2008 wurde die Verbraucherkeditrichtlinie auf EU-Ebene verabschiedet, seit dem 3. August 2009 steht fest, wie diese in Deutschland umgesetzt werden muss. Über 11 Monate Zeit blieb deutschen Kreditinstituten, einen Plan zu entwickeln, der einen reibungslosen Ablauf der Umstellung und rechtzeitige ausführliche Information an Kunden und Vermarkter garantiert hätte. Und dann war er da, der 11. Juni 2010.

Was bisher geschah: Die Rechtsabteilungen der Kreditgeber haben ihr Möglichstes getan, um ohne Nutzung der Mustervorlagen des Gesetzgebers eine für jede Bank individuelle Lösung für die Frage zu finden, welche Angaben zu den Pflichtangaben gehören und in welcher Form diese dargereicht werden müssen.


2. Akt: Wer hat Angst vor Graf Zahl?

Waren im ersten Akt noch die Rechtsabteilungen der einzelnen Kreditgeber gefragt, sind die Hauptakteure des zweiten Akts die Finanzgenies – schließlich gilt es, repräsentative/realistische/realitätsnahe Beispiele (je nach Auslegung) zu finden, bei denen Sollzins, effektiver Zins, Bearbeitungsgebühr und der vielzitierte “2/3-Zins” ihren großen Auftritt haben. Zudem erwartet der Gesetzgeber (und die EU), dass der effektive Zins zukünftig über diese Formel berechnet wird:

Formel effektiver Zins

Eine schwierige Aufgabe für den Otto-Normalverbraucher, aber doch nicht für die hellen Köpfe einer Bank, oder? Was kann da schon schief gehen?

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Die Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie – ein Drama in 3 Akten (I)

EU-Richtlinie_Logo


Am 16. Januar 2008 wurde die Verbraucherkreditrichtlinie auf EU-Ebene verabschiedet, seit dem 3. August 2009 steht fest, wie diese in Deutschland umgesetzt werden muss. Über 11 Monate Zeit blieb deutschen Kreditinstituten, einen Plan zu entwickeln, der einen reibungslosen Ablauf der Umstellung und rechtzeitige ausführliche Information an Kunden und Vermarkter garantiert hätte. Und dann war er da, der 11. Juni 2010.




1. Akt: Interpretation des §6 PAngV

Kurz zusammengefasst – der §6 PAngV (Preisangabeverordnung) besagt, dass jeder, der für den Abschluss eines Kreditvertrags wirbt und dabei Zinsen oder andere Angaben zum Preis nutzt, fortan einige Pflichtangaben zu leisten hat.

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